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Text: Rahel von Arx
«Ich seh in dir, was du nicht siehst», heisst Martin Fontanellaz’ jüngstes Werk. Für diese Geschichte wurde der Berner mit einem Sonderpreis des diesjährigen Deutschen Kinderbuchpreises ausgezeichnet. Der ehemalige BFF-Student will mit seinen Büchern weit mehr bewirken, als lediglich schöne Geschichten zu schreiben. Das Herz des Sozialpädagogen schlägt auch in seinen Büchern mit.
Martin Fontanellaz freut sich, als er in der BFF-Mediothek sein neustes Buch entdeckt. «Hier hätte ich früher wohl etwas mehr Zeit verbringen sollen, aber es ist zum Glück alles gut gegangen», meint er breit grinsend. 2020 schloss er sein Studium Sozialpädagogik HF an der BFF ab. Seitdem arbeitet er in dem Beruf und schreibt seit 2021 ebenfalls Kinderbücher, offensichtlich mit Erfolg.
Wider dem Buchtitel schien die Kinderjury des diesjährigen Deutschen Kinderbuchpreises sehr wohl erkannt zu haben, was in Martin Fontanellaz’ Geschichte steckt. So wurde ihm für «Ich sehe in dir, was du nicht siehst», der erstmals verliehene Sonderpreis, «Lesen macht Kinder stark», verliehen.
Kinder haben das letzte Wort
Der Vielfalt an Begabungen begegnet Martin Fontanellaz nicht nur in seiner Geschichte, als Schulsozialpädagoge arbeitet er täglich mit den unterschiedlichsten Kindern und Jugendlichen.
Vielleicht ist es genau diese Nähe zur Zielgruppe, die ihm zum Preis verholfen hat. Das besondere am Deutschen Kinderbuchpreis ist nämlich die Jury. 32 Kinder im Alter zwischen sechs und zehn Jahren fällen die Entscheidung. Sie wählen ihren Favoriten aus einer Auslese von zehn Büchern, die eine unabhängige Fachjury im Vorfeld zusammengestellt hat.
Mit dem Sonderpreis, den Martin Fontanellaz gewonnen hat, werden Geschichten ausgezeichnet, welche Kinder ermutigen, ihnen neue Perspektiven zeigen und sie in ihrer Entwicklung stärken. Die Freude ist also umso grösser, da dies den Kernpunkt von «Ich seh in dir, was du nicht siehst» beschreibt.
Der Weg zum Autor
«Geschichten und ihre Entstehung haben mich schon immer fasziniert.»
Aus diesem Grund befasste sich Martin Fontanellaz gegen Ende seines Studiums an der BFF vertieft mit dem Schreiben. Es folgte ein Fernstudium in Prosa, in dem er das Handwerk perfektionierte. Es war naheliegend für den Autoren, Kinderbücher zu schreiben. Er habe viele Neffen und seit kurzem auch eine Nichte, ausserdem arbeite er viel mit Kindern. Ihre Begeisterung für Bücher und schöne Illustrationen inspiriere ihn: « Ihr Lachen zu sehen und ihr Staunen zu beobachten ist unglaublich besonders.»
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Obwohl er gerne mehr Zeit zum Schreiben hätte, möchte Fontanellaz die Arbeit als Sozialpädagoge dennoch nicht missen. Sie beeinflusse unumgänglich sein Schreiben, so thematisiert er primär Dinge, die Kinder und Erwachsene beschäftigen. Damit das gelingt, sei das entsprechende Umfeld wichtig. Die Nähe und die Interaktion zu und mit den Kindern sei daher ebenso seine grösste Inspiration wie auch Motivation. Als Sozialpädagoge darf eine schöne Botschaft natürlich nicht fehlen, quasi ein Leitsatz fürs Leben. In seinem prämierten Buch lautet dieser: «Du bist talentiert.»
Keine Spur von Schreibblockade
Die nächste Geschichte aus seiner Feder lässt nicht lange auf sich warten und ist bereits für den nächsten Februar angekündigt. «Zauberschreck im Zirkuszelt», auch dieses Buch ist von der Arbeit in der Sozialpädagogik geprägt. Es thematisiert unter Anderem Vielfalt und Inklusion. Besonders am Herzen liegt Martin Fontanellaz dabei ein bestimmter Charakter, der Gebärdensprache spricht: «Ich kenne Gebärdensprache aus meiner Arbeit an einer Schule für Kinder mit besonderem Förderbedarf und es ist mir wichtig gewesen, dass sich möglichst viele Kinder in der Geschichte wiederfinden können.»
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Nicht nur in der Geschichte achtet er daher kleinlich auf jedes Detail, genauso sorgfältig und liebevoll bebildert die Illustratorin, Anna Horak, die Buchseiten. Auch im aktuellen Kinderbuch ist sie für die handgezeichneten, farbenfrohen Seiten verantwortlich.
Wer weiss, vielleicht wartet für das kommende Buch sogar der Hauptpreis auf das Duo. Entscheiden werden dies wiederum andere Kinder.
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