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In der Intensiven Sprachförderung der BFF Kompetenz Bildung Bern lernen Menschen aus verschiedensten Ländern die Grundlagen für den fide-Test edu in Lesen, Hören und Verstehen, Sprechen und Schreiben. Diese Tatsache und der klare Blick auf die Berufsbildung in der Schweiz machen das Angebot besonders.
Die Brückenangebote der BFF Bern leisten einen zentralen Beitrag zur Integration fremdsprachiger Jugendlicher und Erwachsener in das Schweizer Bildungssystem und den Arbeitsmarkt. Ein wesentlicher Baustein dieser Angebote ist die intensive Sprachförderung als Grundlage für eine nachhaltige Anschlusslösung. Diese Sprachkurse unterscheiden sich deutlich von regulären Sprachkursen anderer Anbieter auf dem Markt. Im Zentrum steht nicht nur der Erwerb der deutschen Sprache, sondern eine gezielte, fokussierte und praxisnahe Vorbereitung auf den Einstieg in die berufsvorbereitenden Angebote der Brückenangebote im Kanton Bern. Die Lernenden werden systematisch, fachlich und überfachlich auf die Anforderungen von Ausbildung und Arbeitswelt vorbereitet.
Zur Bildungssystematik für Fremdsprachige an der BFF
Der Unterricht endet nicht an der Klassenzimmertür. Die Lernenden besuchen das BIZ, informieren sich über aktuelle Berufe und wie eine Lehre funktioniert. Der Unterricht findet in zwei Klassen statt: Eine für Erwachsene ab 25 Jahren, die ein Jahr dauert, und eine für Jugendliche mit einer Laufzeit von sechs Monaten. Wir durften die Klasse der über 25-jährigen besuchen und haben erlebt, wie eng hier Sprache, Alltag und Beruf miteinander verbunden sind.
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Die Lehrperson Mirela Pop Galster stammt aus Siebenbürgen, einer Region in Rumänien, in der Rumänisch, Deutsch und Ungarisch gesprochen werden. Als sich die Möglichkeiten nach dem politischen Umbruch öffneten, studierte sie Germanistik in Rumänien und schrieb ihre Diplomarbeit in Österreich mit dem Schwerpunkt Literatur und Grammatik. Anschliessend arbeitete sie am Goethe-Institut in Rumänien, wo sie Deutsch unterrichtete und in europäischen Studien mitwirkte. Seit rund 20 Jahren lebt Mirela in der Schweiz. Zunächst war sie an der Volkshochschule tätig und heute unterrichtet sie an der BFF Kompetenz Bildung Bern. Sie erlebt einen deutlichen Unterschied zu den bisherigen Unterrichtsformen.
«Obwohl ich seit 1998 als DaF/DaZ-Lehrerin an verschiedenen Institutionen im Ausland und in der Schweiz arbeite, habe ich in den letzten 2 Jahren an der Abteilung Brückenangebote BFF Bern enorm viel dazugelernt. Besonders beeindruckend ist die hohe Professionalität des Unterrichts sowie die fundierten Grundlagen, die den Lernenden für ihr Berufsleben in der Schweiz vermittelt werden. Die erworbenen Kompetenzen schaffen eine nachhaltige und stabile Basis für ihren Bildungsweg. Die enge Zusammenarbeit aller Lehrkräfte innerhalb der Brückenangebote ist dabei von zentraler Bedeutung. Unsere kooperative Arbeitsweise zum Wohle der Lernenden ist fachlich bereichernd und menschlich äussert motivierend. Ich bin sehr dankbar, Teil dieses engagierten Teams an der BFF zu sein.»
«Die Intensive Sprachförderung ist eine Brücke in die Zukunft.»
«Hier geht es nicht nur um Deutsch», sagt Mirela. Viele Lernende sind schulungewohnt. Pünktlichkeit, Lernstrategien und das Arbeiten mit digitalen Hilfsmitteln müssen ebenfalls aufgebaut werden. In vielen Sprachschulen, wo ich unterrichtet habe, wird oft mit deutschen Lehrmitteln gearbeitet – inklusive Fallstudien aus Frankfurt, Beispielen aus Berlin und Preisen in Euro. Für schulungewohnte Jugendliche und Erwachsene, die sich in der Schweiz beruflich integrieren wollen, hilft das wenig.
An der BFF dagegen steht die Schweizer Realität im Zentrum: Wohnungssuche, Arbeitsmarkt, Berufsbildung und soziale Regeln. Die Teilnehmenden lernen, selbstständig zu denken und zu handeln. Für viele ein neuer Schritt, speziell wenn sie aus Ländern kommen, in denen Eigeninitiative nicht gefördert wurde.
Der Ansatz geht weit über Grammatik und Wortschatz hinaus.
An der BFF geht es nicht einzig darum, Deutsch zu lernen. Sprache im Kontext des Schweizer Bildungssystems bedeutet, Respekt, Verlässlichkeit, Schulkultur und Lernstrategien zu vermitteln. Für viele Jugendliche ist das völlig neu. Sie lernen, was Lernen wirklich beinhaltet und wie sie selbstständig und verantwortungsvoll handeln können.
Die Lernenden werden individuell begleitet. Ein Netzwerk aus Sozialarbeiter:innen, sozialen Einrichtungen, dem BIZ, Eltern und Psychologen sorgt dafür, dass niemand auf sich allein gestellt ist. So erhält jede Person genau die Unterstützung, die sie braucht: fachlich, sozial und persönlich.
Digitale Kompetenzen gehören von Anfang an zum Unterricht. Jeder Lernende arbeitet mit einem zur Verfügung gestellten Laptop. Programme nutzen, Informationen recherchieren oder Bewerbungen schreiben – all das wird früh eingeübt. Diese Fertigkeiten sind heute unverzichtbar, sowohl für den Beruf als auch für den Alltag.
Praxisnah geht es auch zu. Behördengänge üben, Bewerbungsgespräche trainieren, Kommunikation am Arbeitsplatz erleben – all das gehört dazu. Gleichzeitig bereiten die Lehrpersonen die Lernenden gezielt auf die fide-Test edu Prüfungen vor.
Am Ende steht immer das Ziel Berufsbildung. Die Lernenden verstehen, wie die Schweizer Berufsbildung funktioniert. Sie wissen, wo sie ihren Platz finden und wie sie Schritt für Schritt in Ausbildung und Beruf einsteigen können. Gerade diese Verbindung von Sprachbildung, Arbeitskultur und Berufsorientierung macht dieses Brückenangebot einzigartig.
Zwei Stimmen aus der Klasse
Ekta Sandhu aus Indien lebt seit zwei Jahren in der Schweiz. Vor der Intensiven Sprachförderung konnte sie kein Deutsch. Heute arbeitet sie bei McDonald’s und beschreibt den Unterricht als offen und unterstützend: «Die Erklärungen sind langsam und klar. Ich habe viel Sicherheit beim Sprechen gewonnen.»

Ahmad Sahabi aus Afghanistan lebt seit drei Jahren hier. Nach einem Jahr im Lern.Punkt kam er an die BFF. Er arbeitet an einer Tankstelle und schätzt besonders, dass es nicht nur um Sprache geht: «Wir lernen viele Dinge für Alltag und Beruf.»
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Die Intensive Sprachförderung der BFF Bern zeigt, was gelingen kann, wenn Sprachförderung, Berufsorientierung und soziale Begleitung zusammenspielen. Hier entstehen Perspektiven, hier wächst Selbstständigkeit und damit die Chance auf ein selbstbestimmtes Leben in der Schweiz. Über 90 Prozent der Lernenden finden laut Erfahrung der Schule einen Anschluss. Ohne dieses Angebot entstehen Integrationslücken im wichtigen Augenblick vom Übergang in Ausbildung und Arbeit.
Brücken in die Berufsbildung und Talente nicht verlieren
Sprache ist nur der Anfang. Bei der BFF, Abteilung Brückenangebote, schaffen wir Perspektiven, fördern Selbstständigkeit und geben Menschen die Werkzeuge, um ihren Weg in die Berufsbildung und in ein selbstbestimmtes Leben in der Schweiz zu gehen. Diese Arbeit bedeutet Integration, Chancengerechtigkeit und trägt zur sozialen Stabilität bei. Wenn wir diese Brücken nicht bauen, verlieren wir Talente. Und mit ihnen die Chance auf eine starke, vielfältige Zukunft.
Durch die intensive Struktur mit 16 Lektionen pro Woche werden die Lernenden nicht lediglich an eine neue Sprache herangeführt, sondern umfassend auf den Einstieg in weiterführende Brückenangebote, eine berufliche Grundbildung oder den direkten Einstieg in den Arbeitswelt vorbereitet. Das Angebot orientiert sich am Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmen für Sprachen und integriert den Sprachstandstest (fide-Test edu) als verbindlichen Abschluss, der den persönlichen Lernfortschritt dokumentiert und national anerkannt ist.
Die intensive Sprachförderung in den Brückenangeboten ist damit ein wesentlicher Erfolgsfaktor der schulischen Berufs-und Bildungsintegration in Bern- ein Angebot, das junge Menschen in ihrer Entwicklung stärkt und sie befähigt, ihre Zukunft aktiv zu gestalten.
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