Ende Januar 2026 geht Heinz Salzmann in Pension. Kurz zuvor, am 21. November 2025, luden die Direktorin für Bildung, Soziales und Sport der Stadt Bern, Ursina Anderegg, und der Präsident des Berufsverbands Bildung Bern, Manuel C. Widmer, zur Pestalozzifeier in den Erlacherhof. Geehrt wurden Personen, die seit 25 oder sogar 40 Jahren in der Berner Bildungslandschaft engagiert sind. Mitten unter ihnen: Heinz Salzmann. Vier Jahrzehnte Engagement für die Bildung. Konsequent, prägend und nachhaltig.
In ihrer Rede würdigte Ursina Anderegg die Arbeit der Berner Schulen für Chancengleichheit sowie für die Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Werte, die an der BFF nicht nur formuliert, sondern seit Jahren gelebt werden. Dass diese Haltung tief in der Institution verankert ist, trägt die Handschrift von Heinz Salzmann.
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Zum Abschluss der Feier durften die Jubilarinnen und Jubilare einen Kunstdruck eines Berner Kunstschaffenden auswählen. Heinz Salzmann zögerte nicht lange. Seine Wahl fiel auf ein Tierbild in den starken Farben von Claude Kuhn. Ein Motiv, das Ernsthaftigkeit und Leichtigkeit ausstrahlt und dabei mehr über den Menschen sagt, als viele Worte.
Klarheit nach innen, Wirkung nach aussen
2011 wurde unter der Leitung von Heinz Salzmann das Leitbild der BFF entwickelt. Entstanden ist es in einer Retraite der erweiterten Schulleitung in Murten und wurde anschliessend gemeinsam mit der gesamten Schule aufgenommen und vertieft. Sechs klare Sätze, die bis heute tragen. Jedes Jahr wird einer davon als Jahresmotto gewählt und mit konkreten Aktivitäten im Schulalltag verankert. So bleibt das Leitbild nicht Theorie, sondern Orientierung. Auch die Überprüfung nach einigen Jahren zeigte: Es wirkt und passt.
2016 folgte der nächste konsequente Schritt: die gemeinsame Festigung der Vision. Sämtliche Lehrpersonen und Mitarbeitende der Verwaltung entwickelten in Gruppen ein Zukunftsbild der BFF. Am Ende dieses Gesamtschulanlasses entstand ein grossformatiges Bild, gezeichnet von Daniel Osterwalder, das heute für alle sichtbar in der Aula hängt.
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Auf dieser Grundlage wurde auch der Auftritt der BFF neu gedacht. Der bisherige Name mit seinen historisch gewachsenen Begriffen spiegelte die Realität der Institution nicht mehr. Logo, Sprache und Erscheinungsbild wurden erneuert – stets im engen Austausch mit der Schulleitung. Den Abschluss bildete 2019 die Online-Schaltung der neu konzipierten, benutzerfreundlichen Webseite. Unter der Leitung von Heinz Salzmann entstand zudem eine eigene Musik für die BFF, die seitdem als Soundtrack für Tutorials, Reels und als Jingle verwendet wird.
Parallel dazu entwickelte Heinz Salzmann eine klare Strategie mit einem eigens aufgebauten Controlling-Cockpit. Das Steuerungsinstrument machte im Schulleitungsrat Ziele sichtbar, übertrug sie bis in die Abteilungen und schuf eine gemeinsame Basis für Massnahmen, Evaluationen und Schulentwicklung.
Aus diesen Prozessen heraus entstanden das Bildungsverständnis und die agogischen Konzepte der BFF. Sie dienen als Guideline nach innen und aussen und übersetzen Vision und Leitbild in eine gelebte Haltung, bis hinein in die methodisch-didaktische Arbeit.
Ein weiterer Meilenstein war die Digitalisierung. Nicht als Schlagwort, sondern als funktionierendes Zusammenspiel von Technik und Agogik. Mit EDUBERN wurde ein verlässlicher Partner für die technische Infrastruktur gefunden, während intern eine IT-Projektleitung aufgebaut wurde, die Lehrpersonen bei der Umsetzung im Unterricht unterstützt. Dass dieses Magazin den gedruckten Jahresbericht ersetzt, ist ein weiteres sichtbares Ergebnis dieser Entwicklung.
Auch ein lang gehegter Wunsch der Lehrpersonen ging unter der Regie von Heinz Salzmann in Erfüllung: die Professionalisierung der Betreuungsangebote. Schulsozialarbeit und schulische Heilpädagogik wurden in Zusammenarbeit mit dem Kanton aufgebaut und im Kontext von Nachteilsausgleichen fest verankert.
Schliesslich festigte Heinz Salzmann die gesamte Organisationsstruktur der BFF. Zuständigkeiten und Ausbildungen wurden sinnvoll zugeordnet, und die Angebote der BFF geschärft. Strukturen, die Orientierung geben und zugleich Entwicklung ermöglichen.
Verantwortung tragen, Bildung weiterentwickeln
Sein Engagement reichte jedoch weit über die BFF hinaus. In unterschiedlichen Funktionen übernahm Heinz Salzmann Verantwortung für die Weiterentwicklung der Bildungslandschaft auf kantonaler Ebene.
So wirkte er als Präsident der Rektorinnen- und Rektorenkonferenz der Gymnasien des Kantons Bern, als Vorstandsmitglied der Schweizerischen Direktorinnen- und Direktorenkonferenz der Berufsfachschulen sowie als Präsident des Leitenden Ausschusses der Konferenz der Berufsfachschulen des Kantons Bern.
Hinzu kamen Projektleitungen auf kantonaler Ebene, unter anderem zur Regionalisierung der Ausbildungen Fachfrau/Fachmann Betreuung Kinder, sowie die Erarbeitung des Lenkungssystems der Fachgruppen der Berufsfachschulen im Kanton Bern. Vor seiner Tätigkeit an der BFF wirkte Heinz Salzmann von 1997 bis 2009 als Rektor des Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Gymnasiums Bern Neufeld.
Verantwortung teilen, Wirkung multiplizieren
Bei all dem ist es nicht das Beeindruckendste, was umgesetzt wurde. Es ist, wie gearbeitet wurde. Die heutige Unternehmenskultur an der BFF ist geprägt von Zusammenarbeit über Abteilungsgrenzen hinweg, von gegenseitiger Unterstützung und von echter Beteiligung. Betroffene wurden zu Beteiligten. Nicht als Methode, sondern aus Überzeugung.
Heinz Salzmann führte mit Vertrauen. Er gab Freiräume, delegierte Verantwortung und stärkte seinen direkt Geführten den Rücken. Dass Mitarbeitende diese Freiheiten nutzten, eigene Ideen entwickelten und Verantwortung übernahmen, war für ihn keine Überraschung, sondern Bestätigung. Innovation entstand von innen heraus.
Er wertete nicht vorschnell, sondern beurteilte Situationen im Kontext. Er brachte Menschen zusammen, bildete Teams und führte Geschäfte konsequent zu Ende. Unabgeschlossene Dossiers blieben die seltene Ausnahme.
Als Mathematiker ist Heinz Salzmann strukturiert, analytisch und schnell. Er denkt in Ebenen, kann bei Bedarf ins Detail gehen und ebenso rasch wieder Abstand gewinnen. Er weiss, wann Präzision gefragt ist und wann Vertrauen genügt. Und wenn es nötig ist, steht er klar für seine Schule ein. Sachlich, bestimmt und immer im richtigen Ton.
Er übergibt die BFF mit gestärkten Mitarbeitenden. Lehrpersonen, die für ihre Schüler:innen, Lernenden und Studierenden wichtige Bezugspersonen sind – als Mentor:innen, als Motivator:innen, als Menschen, die in Erinnerung bleiben werden.
Danke Heinz!
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