Lorenz Hostettler hat seinen Platz in der Sozialen Arbeit gefunden. Heute begleitet er auf dem Sozialdienst Praktikantinnen und Praktikanten auf ihrem Weg in den Beruf. Die Weiterbildung zum Praxisausbildner hat ihm dafür neue Werkzeuge gegeben. Vor allem aber hat sie seinen Blick darauf geschärft, was es braucht, damit Menschen lernen können.
Ursprünglich hatte Lorenz Hostettler eine andere berufliche Richtung eingeschlagen. Nach seiner Ausbildung zum Sanitärinstallateur merkte er jedoch, dass ihm der zwischenmenschliche Aspekt fehlte. Im Zivildienst, unter anderem in einem Altersheim und in der Kinder- und Jugendpsychiatrie in Bern, entdeckte er ein Arbeitsfeld, das besser zu ihm passte. Er entschied sich für die berufsbegleitende Ausbildung zum Sozialpädagogen HF und schloss diese 2022 ab. Seither hat er in verschiedenen Bereichen der Sozialen Arbeit Erfahrungen gesammelt. Heute arbeitet er beim Kindes- und Erwachsenenschutz.
Der nächste logische Schritt
Bald nach seinem Abschluss begann Lorenz die Weiterbildung zum Praxisausbildner. Für ihn war das ein naheliegender nächster Schritt. Er wollte lernen, wie Wissen vermittelt wird und wie Menschen auf ihrem beruflichen Weg begleitet werden können. Gleichzeitig war ihm etwas anderes wichtig: «Das Klientel, mit dem wir arbeiten, verdient nur das Beste.» Dafür brauche es gut ausgebildete Fachpersonen.
Die Weiterbildung vermittelt deshalb nicht einfach Methoden für die Ausbildung. Sie beschäftigt sich mit Lernprozessen, Ausbildungsplanung, Gesprächsführung, Beurteilung und der Frage, wie angehende Fachpersonen individuell begleitet werden können. Ausgangspunkt ist dabei immer die eigene Ausbildungspraxis der Teilnehmenden.
Für Lorenz wurde genau dieser Praxisbezug wichtig. Fachliche Grundlagen aus Pädagogik, Psychologie, Recht usw. gehörten ebenso dazu wie Fragen zu Führung, Entwicklungsaufgaben und verschiedenen Führungsstilen. Besonders schätzte er den Austausch mit anderen Fachpersonen. Die Teilnehmenden kamen aus unterschiedlichen Bereichen der Sozialen Arbeit und brachten entsprechend verschiedene Erfahrungen mit.
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Wenn Lernen konkret wird
Besonders viel nahm Lorenz aus einer eigenen Ausbildungssituation mit. Während der Weiterbildung begleitete er einen Auszubildenden. Die Situation war anspruchsvoll, für den Lernenden ebenso wie für ihn als Ausbildenden. Dabei wurde eine zentrale Frage der Praxisausbildung ganz konkret: Wie gelingt es, jemanden zu fördern und gleichzeitig zu fordern?
Für Lorenz bedeutete das, genauer hinzuschauen. Ein Lernfeld soll Fortschritte ermöglichen, aber niemanden zu sehr überfordern. Lernende sollen in ihrer Ausbildung gefordert werden und gleichzeitig die Möglichkeit haben, ihren Weg in einem tragfähigen Tempo zu gehen. Die Weiterbildung half ihm, solche Situationen zu strukturieren und bewusster zu gestalten.
Das Lernen findet dabei nicht nur zwischen Dozierenden und Teilnehmenden statt. Die Weiterbildung wird von fünf Dozierenden getragen, die Ausbildungserfahrung auf unterschiedlichen Ausbildungsniveaus und an verschiedenen Schulen der Sozialen Arbeit mitbringen. Sie arbeiten im Teamteaching. Auch dadurch entsteht eine Vielfalt an Perspektiven, die zum Konzept der Weiterbildung passt. Fachinputs, Praxisanalysen, Intervision, Fallbesprechungen und Reflexionssequenzen verbinden sich mit den Erfahrungen der Teilnehmenden.
Fortschritte sichtbar machen
Heute kann Lorenz das Gelernte direkt in seinem Berufsalltag einsetzen. Auf dem Sozialdienst begleitet er Praktikantinnen und Praktikanten, die jeweils ein halbes Jahr im Betrieb arbeiten. Eine seiner wichtigsten Erkenntnisse aus der Weiterbildung ist dabei, Lernfortschritte sichtbar zu machen.
Was hat sich seit dem Anfang entwickelt? Welche Ziele wurden erreicht? Wo gibt es noch Lernfelder? Solche Fragen sind in der Sozialen Arbeit nicht immer einfach zu beantworten. Fortschritte lassen sich schliesslich nicht wie bei einer technischen Prüfung in Zahlen ausdrücken. Umso wichtiger ist eine gute Beobachtung und eine klare Struktur.
Lorenz hat im Kurs gelernt, Situationen auseinanderzunehmen, Lernprozesse zu planen und Entwicklung bewusster wahrzunehmen. Diese Struktur hilft ihm heute, Praktikantinnen und Praktikanten gezielter zu begleiten.
Gute Ausbildung wirkt weiter
Für Lorenz ist Praxisausbildung deshalb mehr als die Vermittlung von Wissen. Es geht darum, Menschen dabei zu unterstützen, eine professionelle Haltung zu entwickeln, Verantwortung zu übernehmen und mit anspruchsvollen Situationen umgehen zu lernen und somit der Klientel die bestmögliche Unterstützung zukommen zu lassen.
Damit leistet die Praxisausbildung einen Beitrag zur Qualität der Sozialen Arbeit von morgen. Denn wer zukünftige Fachpersonen begleitet, gestaltet auch die Zukunft des Berufsfeldes mit. Genau darin liegt die zentrale Aufgabe der Praxisausbildenden.
Lorenz hat seinen eigenen beruflichen Weg gefunden. Heute hilft er anderen dabei, ihren zu gehen.
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Zertifikatslehrgang Praxisausbildung Sozialpädagogik/Kindheitspädagogik
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