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Im Allgemeinbildenden Unterricht für Erwachsene (ABU-E) schreiben Lernende ihre eigenen Geschichten – und entwickeln dabei weit mehr als sprachliche Fähigkeiten. Nach dem ersten Teil dieser Doppelstory folgt nun eine weitere Auswahl von Texten: Sie zeigen erneut, wie intensiv sich die Teilnehmenden mit Themen aus ihrem Alltag und unserer Gesellschaft auseinandersetzen.
Ein besonderer Aspekt des Unterrichts ist der Vergleich zwischen eigenem Schreiben und Künstlicher Intelligenz. Nachdem die Lernenden ihre Texte verfasst haben, wird im zweiten Schritt KI einbezogen. Die Unterschiede werden sichtbar, und genau darin liegt ein wichtiger Lernmoment: Die Teilnehmenden erkennen, was ihren eigenen Ausdruck ausmacht, wo ihre Stärken liegen und wie sie sich weiterentwickeln können.
Dieser Prozess stärkt nicht nur die Sprache, sondern auch das Selbstbild.
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Warum KI stärker reguliert werden sollte
Künstliche Intelligenz wird in unserem Alltag immer wichtiger. Viele Menschen nutzen KI im Internet und in sozialen Medien. Ich habe dieses Thema gewählt, weil ich es wichtig finde, dass KI fair und sicher eingesetzt wird.
Der Staat sollte KI regulieren, weil KI falsche Information verbreiten kann und Menschen beeinflussen, das kann wählen und Meinungen unfair verändern. Regeln sorgen dafür, dass KI fair genutzt wird und nicht nur von mächtigen Firmen benutzt wird.
Eine stärkere Regulierung von KI ist wichtig, damit Demokratie, faire Meinungsbildung und gleich Rechte für alle geschützt werden.
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Eine bessere Welt liegt in unseren Händen
Seit vielen Jahren lernt die Menschheit und verändert ihr Verhalten in der Gesellschaft. In dieser Zeit gab es viele Erfolge und viele Probleme. Aber nur mit gegenseitigem Verständnis kann man in Harmonie leben.
Für mich ist das negativste Beispiel der Menschheit – der Krieg. Leider haben wir diese Lektion nicht gelernt, weil Kriege immer wieder passieren. Ich dachte, dass die Menschen nach dem Ersten oder Zweiten Weltkrieg verstehen, wie wichtig Frieden und ein gutes Leben sind und Konflikte friedlich lösen. Aber das ist nicht so…
Wenn man die letzten Nachrichten liest, kann man denken, dass wir vielleicht vor einem dritten Weltkrieg stehen. Als Mensch, der den Krieg selbst erlebt hat, der sein normales Leben verloren hat und in ein neues Land gezogen ist, kann ich sagen: Es gibt nichts Wichtigeres als Gesundheit und Frieden.
In der modernen Welt spielen Macht, Geld und Einfluss eine grosse Rolle. Das ist oft der Grund für Konflikte. Ein ruhiges und einfaches Leben ist für viele Menschen nicht mehr interessant. Ausserdem machen neue Waffen und Technologien die Konflikte noch stärker.
Wenn ich die Nachrichten lese, fühle ich mich, als wäre ich wieder vor vier Jahren. Ich habe wieder Angst. Niemand weiss, wie die Zukunft sein wird und wie gross die aktuellen Konflikte werden.
Vielleicht gibt mir nur die Neutralität von Schweiz und das stabile System hier ein Gefühl von Sicherheit. Ich hoffe, dass ich nie wieder Tage und Nächte in Bunkern verbringen muss.
Wie George Bernard Shaw sagte: «Der grösste Fehler gegenüber anderen Menschen ist Hass und Gleichgültigkeit.» Und das ist wirklich wahr. Alles beginnt mit kleinen Dingen. Eine Person, eine gute Tat und eine richtige Entscheidung können viel verändern. Ein gutes Beispiel ist immer wichtig. Deshalb liegt es in unseren Händen, die Welt besser zu machen, jeden Tag zu geniessen und zusammen zu leben. Vielleicht klingen meine Worte zu stark, und wir können die Geschichte nicht ändern. Aber wir können unser eigenes Leben und unsere Umgebung beeinflussen. Ein kleiner Bach wird später zu einem grossen Fluss.
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Wenn die Rollen vertauscht wären
Ich habe das Thema gewählt, weil es mich zu nachdenken gebracht hat. Was wäre, wenn die Reichen plötzlich arm und die Armen reich wären? Viele reiche Menschen würden erst dann merken, wie schwierig das Leben ohne Geld ist. Dinge wie Miete, Essen oder Gesundheit wären plötzlich ein Problem. Umgekehrt könnten arme Menschen neue Chancen nutzen zum Bsp. für Bildung oder ein besseres Leben. Viele würden das Geld mehr schätzen, weil sie wissen, wie es ist nichts zu haben. Diese Veränderung würde zeigen, dass Reichtum und Armut nicht nur von Leistung abhängen. Vielleicht gäbe es mehr Verständnis und weniger Vorurteile in der Gesellschaft. Niemand könnte mehr behaupten Armut sei nur Faulheit oder Reichtum nur harte Arbeit. Dieses Gedankenexperiment zeigt, dass Reichtum und Armut nicht selbstverständlich sind.
Der Weg beginnt im Klassenzimmer
Die Schreibwerkstatt im ABU-E ist Teil eines grösseren Weges. Seit 25 Jahren besuchen jährlich rund zehn Klassen diesen Kurs. Tausende Menschen, die sich auf eine berufliche Zukunft vorbereiten.
Die Erfolgsquote ist hoch: Wer den Jahreskurs absolviert und anschliessend eine Lehrstelle findet, hat gute Chancen auf einen nachhaltigen Einstieg ins Berufsleben. Doch der vielleicht wichtigste Schritt passiert schon vorher: im Klassenzimmer. Hier entstehen Diskussionen, neue Perspektiven und manchmal sogar Freundschaften. Vor allem aber wächst etwas, das nicht messbar ist: Selbstvertrauen. Viele Teilnehmende – insbesondere Frauen, die später in die Ausbildung einsteigen – entdecken, dass es nie zu spät ist, die eigene Stimme zu entwickeln und für sich einzustehen.
Mit den Texten dieser Doppelstory wird genau das sichtbar. Und vielleicht ist das die wichtigste Erkenntnis: Bildung beginnt dort, wo Menschen sich zutrauen, ihre eigenen Worte zu finden.
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