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In den Brückenangeboten der BFF Kompetenz Bildung Bern werden junge Menschen auf ihre berufliche Zukunft vorbereitet. Dabei gehört nicht nur Fachwissen dazu. Es braucht auch Mut, Selbstvertrauen und die Fähigkeit, vor anderen zu sprechen. Genau hier setzt das Fach Theater- und Auftrittskompetenz an.
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Der Unterricht bietet einen Raum, in dem ausprobiert, gelacht, verweigert, neu begonnen und gemeinsam gestaltet werden darf. Es geht darum, die eigene Stimme zu finden, Körperausdruck zu entdecken und in einer Gruppe einen Platz einzunehmen. Das wirkt weit über den Unterricht hinaus – hinein in Vorstellungsgespräche, Praktika und neue Lebenssituationen.
Lernen durch Erleben
Zu Beginn des Unterrichtes steht oft ein Spiel, das Bewegung bringt und gleichzeitig den Fokus stärkt. Diese Spiele sind für alle verständlich und holen die Gruppe dort ab, wo sie gerade steht: im Alltag, beim Ankommen oder in ihrer Stimmung.
Danach folgt ein Thema. Dieses kann sehr einfach sein – zum Beispiel ein Stuhl. Eine Woche später wird dieser Stuhl zu allem anderen als einem Stuhl: ein Rollkoffer, ein Tier oder ein vertrauter Gegenstand aus der Heimat. Dadurch entsteht eine offene, kreative Haltung, die auch sprachliche Hürden überwindet. Die Arbeit findet in kleinen Gruppen mit kurzen Sequenzen statt. Es geht nicht um Perfektion. Vielmehr ist das Ziel das Ausprobieren. Jede Person zeigt das, was ihr möglich ist, während jede Stimme zählt. Zum Abschluss kommen oft alle im Kreis zusammen und teilen einen Moment Gemeinsamkeit.
Theater als Lebensweg: Kurzportrait Karin Maurer
Nach der Ausbildung zur Theaterpädagogin bei Till in Zürich studierte Karin Maurer Schauspiel an der École Philippe Gaulier in Paris. Danach arbeitete sie in verschiedenen freien Theaterprojekten. Sie ist bei Junge Bühne Bern tätig und arbeitet auch beim integrativen Projekt TKKG – Theater kennt keine Grenzen. Sie begleitet junge Menschen dabei, Ausdruck und Gemeinschaft zu erleben.
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Seit zehn Jahren unterrichtet sie an der BFF. In ihrem Unterricht schafft sie Räume, in denen Potenzial sichtbar wird und entfaltet werden kann.
Wenn Sprache, Kultur und Tempo variieren
Die Klassen in den Brückenangeboten sind vielfältig: unterschiedliche Sprachen, Biografien, Erwartungen und Energien treffen aufeinander. Karin beobachtet genau, was die Gruppe braucht. Ist die Stimmung hektisch, bremst sie; ist jemand unsicher, erhält diese Person Raum. Ein Satz kann genug sein, denn wichtig ist, dass er gesagt wird.
Wenn eine Szene entsteht, einigen sich drei oder vier Menschen mit ganz verschiedenen Hintergründen auf eine gemeinsame Aussage. Das ist sozialer Lernraum in Bewegung. Dadurch wächst nicht nur Auftrittskompetenz, sondern auch Teamfähigkeit, Respekt und Vertrauen.
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Ein Moment, der bleibt
Eine Schülerin erzählte, wie sie in ihrem Alltag vor einer Gruppe eine Rede halten musste. Sie erinnerte sich an die Übungen aus dem Unterricht. Sie atmete, sie stand ruhig und sie sprach klar. Sie war stolz – und Karin ebenfalls.
Viele Lehrpersonen berichten Ähnliches. Junge Menschen verlassen daraufhin beglückt den Unterricht mit mehr Selbstvertrauen – ein wichtiger Baustein für Bewerbungsgespräche, Vorlehren und Lehrstellen.
Es ist ein starkes Zeichen, dass die BFF diesem Fach Raum gibt. So entsteht Zukunft, Schritt für Schritt, Wort für Wort.